Feldflorareservate im Kreis Heidenheim von 1987 bis 2002

Autor/innen

  • Erich Klotz
  • Dieter Rodi

DOI:

https://doi.org/10.26251/jhgfn.159.2003.077-112

Schlagworte:

Allgemeine Bedeutung von Schutzgebieten, Untersuchungsmethoden, gefährdete Segetalflora, Artenvielfalt, Segetalgemeinden, Rote Liste, Physiogeographie, Landkreis Heidenheim, Schwäbische Alb, Kimmeridge, Auswurf vom Ries, Lehm, Feuersteinlehm

Abstract

In der Einleitung wird allgemein über die Bedeutung der Feldflorareservate zum Erhalt der Segetalflora berichtet. Dann wird der Naturraum des Kreises Heidenheim beschrieben. Anschließend werden die Untersuchungsmethoden dargestellt.

Sieben Feldflorareservate wurden eingerichtet und detailliert untersucht. Sie sind gleichmäßig über den Kreis Heidenheim auf unterschiedlichen geologischen Schichten verteilt und geben so die Vielfalt sowohl der Wildkrautarten als auch der Pflanzengesellschaften wieder.

Zwei Reservate finden sich auf bzw. am Rande von Feuersteinlehmstandorten auf der Gemarkung Steinheim-Söhnstetten, wobei das auf dem Stöckelberg eine für die Winterhalmfrüchte besonders typische Berg-Ackerknäuelgesellschaft (Galeopsio-Aphanetum arvensis), für die Sommerfrüchte eine besonders typische Hohlzahn-Ackerspörgelgesellschaft (Galeopsio-Sperguletum arvensis) zeigt und mit durchschnittlich 52 Spezies recht artenreich ist.

Drei Reservate finden sich auf teils oberflächlich verlehmten Schichten des oberen Weißjura (ε bis ζ): Telle bei Heldenfingen, Fliegenberg bei Dischingen und Solitude bei Nattheim, wobei letzteres durch seine Art der Betreuung und seine Dreifelderwirtschaft eine Sonderstellung einnimmt. 9 Arten der Roten Liste Baden-Württembergs wurden dort gefunden.

Das sechste Reservat ist der biologisch bewirtschaftete Acker im Haseneck bei Dettingen. Er stockt auf Weißjura ζ im Übergang zum „Lehm auf der Albhochfläche“. Bei den Winterfrüchten hatte er eine durchschnittliche Artenanzahl von 72, dabei waren 11 Arten der Roten Liste Baden-Württembergs zuzuordnen.

Das siebte Reservat findet sich am Rande eines Griesbuckels (Weißjura-Auswurf vom Ries) im Mühlfeld auf der Gemarkung Dischingen-Dunstelkingen.

Die Pflanzengesellschaften der letzten fünf Reservate sind bei den Winterhalmfrüchten der Finkensamen-Gesellschaft (Sedo-Neslietum paniculatae) und bei den Sommerfrüchten der Hellerkraut-Erdrauchgesellschaft (Thlaspio-Fumarietum officinalis) zuzuordnen.

Mit Ausnahme des Ackers in der Telle liegen alle Reservate in Schutzgebieten oder an deren Rand. Außerdem ist ihre Feldflora so bedeutsam, daß sie weiterhin extensiv bewirtschaftet werden sollten.

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Veröffentlicht

2003-12-15