Re-Animation der Schwäbischen Alb.
Versuch der Visualisierung und Rekonstruktion einer Landschaftsgeschichte
DOI:
https://doi.org/10.26251/jhgfn.181.2025.095-116Schlagworte:
Schwäbische Alb, Erosion, Flussanzapfung, Animation, Relief-TomografieAbstract
In dieser Arbeit wird der Versuch beschrieben, die Landschaftsgeschichte der Schwäbischen Alb seit dem Miozän in Form einer 3D-Computeranimation darzustellen. Die Grundlage für das heutige Alb-Relief bildet ein digitales Höhenmodell (DHM) der NASA. Für die Ausgangssituation vor 20 Millionen Jahren wurde ein Relief rekonstruiert, das jüngste Erkenntnisse berücksichtigt.
Demnach kann man sich die Paläo-Alb als eine zunächst nur geringe Erhebung vorstellen. Der Weiße Jura bildete eine erste schwache Schichtstufe aus. Der Trauf lag wohl nicht – wie von Wilhelm Branco postuliert – mindestens 23 km, sondern nur etwa 10 km vor seiner heutigen Position und erstreckte sich entlang des heutigen oberen Neckartals mit der Ur-Lone als Stufenrandfluss.
Für die Darstellung der Abtragung als Folge der Kaperung der Donauzuflüsse durch das rheinische System wurde ein Verfahren entwickelt, das hier als Relief-Tomografie bezeichnet werden soll. Dabei wird das digitale Höhenmodell mit Methoden der Computergrafik schichtweise abgetragen. Auf diese Weise kann man die Erosion schrittweise rückgängig machen oder – in umgekehrter und zeitlich korrekter Abfolge – schrittweise wirken lassen. Auf Grundlage der Relief-Tomografie und mit Hilfe verschiedener Software-Werkzeuge kann schließlich eine Animation erstellt werden, die eine gute Näherung an den Wettbewerb der Flusssysteme und die Rückverlagerung des Albtraufs darstellt. Diese ist als interaktive Anwendung in der Ausstellung für Naturwissenschaft und Technik ‚explorhino‘ in Aalen sowie im Urweltmuseum Hauff in Holzmaden zu sehen.
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