Räumliche und zeitliche Faziesdifferenzierungen der Randengrobkalk-Formation und benachbarter altersgleicher Bildungen

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.26251/jhgfn.181.2025.131-165

Schlagworte:

Südwestdeutschland, Obere Meeresmolasse, Lithofazies, Biofazies, Sedimentation, Unteres Ottnangium

Abstract

Die lithostratigraphischen Zusammenhänge küstennaher Ablagerungen der Randengrobkalk-Formation (Obere Meeresmolasse, tOM, Ottnangium) und deren Äquivalente im Gebiet der Schwäbischen Alb, des Hegaus und des Randens werden aufgrund neuer Daten revidiert. Es zeigt sich, dass manche bereits in der älteren Literatur gemachten Angaben zutreffend sind, die in der Folgezeit unberücksichtigt blieben bzw. aufgrund falscher Annahmen für unzutreffend erklärt wurden. Aufgrund eigener Untersuchungen untergliedern die Verfasser dieses Beitrags den küstennahen Sedimentationsraum der Randengrobkalk-Formation in vier Faziesräume, die sich hinsichtlich ihrer Lithologie und Fossilführung unterscheiden. Diese Beobachtungen können vom Hegau aus auf benachbarte Vorkommen am Randen, der Länge, dem Klettgau und der Schwäbischen Alb übertragen werden. Die marinen, küstennahen Sedimente repräsentieren lediglich einen einzigen Sedimentationszyklus, bei dem eine stetige Verflachung des Ablagerungsraums und eine Umkehr vom transgressiven in einen zunehmend regressiven Zustand zu beobachten sind (Randengrobkalk – „Deckschichten“ – „Helicidenmergel“ – Albstein). Demzufolge gibt es im Untersuchungsgebiet auch nur eine einzige Klifflinie, die der maximalen Ausbreitung des Molassemeeres nach Norden entspricht. Weitere Küstenverläufe, wie sie mehrfach in der Literatur diskutiert wurden, werden in der vorliegenden Arbeit widerlegt. Ebenso konnte gezeigt werden, dass die Komponenten des sogenannten „Alpinen Konglomerats“ im Hegau und am Randen zu einem Teil aus den Ostalpen, durch Flüsse aus dem Bereich des heutigen Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb sowie über eine küstenparallele Meeresströmung aus Richtung des Bayerisch-Böhmischen Massivs ins Molassemeer gelangten.

Veröffentlicht

2025-12-15