Die Mineralwässer von Stuttgart und Cannstatt, Abfüllung – Verfrachtung – Versand

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.26251/jhgfn.181.2025.185-285

Schlagworte:

Mineralwasser, Sauerwasser, artesischer Auslauf, Quelltümpel, Mineralwasserabfüllung, Mineralwasserkrüge, Mineralwasserverkauf und -verfrachtung

Abstract

In Stuttgart und Cannstatt gab es neben natürlichen Quelltümpeln zahlreiche Bohrbrunnen, an denen artesisches Mineralwasser aus dem Oberen Muschelkalk und dem Unterkeuper zu technischen oder balneologischen Zwecken genutzt wurde. Darüber hinaus etablierten sich an einigen dieser Austritte auch Mineralwasserabfüllungen. Die unterschiedlichen Mineralwässer wurden zunächst als „mineralische Bäder“ zur Hausanwendung, dann als Trinkheilmittel, später auch als Lebensmittel abgefasst und in Verkehr gebracht bzw. industriell zu Erfrischungsgetränken verarbeitet. Schnell erlangte das in Stuttgart und Cannstatt abgefüllte Mineralwasser große Bekanntheit. Es wurde bereits im 17. Jahrhundert in die Residenzstadt Stuttgart, ab dem 18. Jahrhundert auch in deren Umgebung bis weit ins ganze Land verfrachtet, einzelne Produkte gelangten gar nach Übersee. Das Abfüllen und Versenden der hiesigen Mineralwässer entwickelte sich über mehr als dreieinhalb Jahrhunderte zu einem einträglichen Geschäft. Dann führten verschiedene Gründe bis Ende der 1980er Jahre zum schrittweisen Untergang der Mineralwasserabfassung.  Schließlich bereiteten Umwelteinflüsse, aber auch negative Presseberichte der letzten Cannstatter Mineralwasserabfüllung ein jähes Ende.

Veröffentlicht

2025-12-15